KI-Beratung setzt die Kooperation des Gegenübers voraus. Denn KI-Beratung funktioniert nicht wie ein normales Verkaufsgespräch. Es führt selten zu einem guten Ergebnis, wenn der KI-Berater in eine Situation kommt, in der er das Gegenüber überzeugen muss, KI einzusetzen und in welchen Gebieten man sie einsetzen könnte. Das würde in einem Pingpong-Spiel enden, in dem der KI-Berater versucht zu erklären, warum KI so gut ist und wo man sie einsetzen könnte. Er würde auflisten, wo man die ganzen KI-Tools einsetzen könnte, während der Kunde bei jedem Vorschlag erklärt, warum dieser Bereich für ihn nicht passt. Dann findet eigentlich ein normales Verkaufsgespräch statt. Und das ist nicht die Voraussetzung für eine KI-Beratung.
Eine KI-Beratung verlangt vom Kunden, dass er sich aktiv an diesem Gespräch, an diesem Prozess beteiligt. Ansonsten ist eine konstruktive Integration von KI in einem Unternehmen gar nicht möglich. Das heisst, hier erlebe ich immer wieder, dass, wenn ich bei einem Kunden bin, der sich zurücklehnt und fragt: Ja, was haben Sie nun mir hier zu bieten? Was können Sie mir hier an KI anbieten? Und genau dort beginnt oft das Missverständnis.
KI ist in Unternehmen meistens kein Produkt, das man einfach hinstellt und dann ist alles erledigt. KI ist ein Integrationsprozess. KI ist eine Veränderung der digitalen Struktur in einem Unternehmen. Und diese digitale Struktur in diesem Unternehmen wird sich in den nächsten fünf bis zehn Jahren verändern, für die Firmen, die bereit sind, sich ernsthaft mit diesem Prozess auseinanderzusetzen.
Man braucht nicht die ganze KI-Struktur zu verändern. Meistens ist es so, dass am Anfang nur verschiedene Use Cases verändert werden und die Hauptsysteme stabil bleiben, damit man sich mit diesen verschiedenen Use Cases anpassen kann. Genau hier zeigt sich auch der Unterschied zwischen einer reinen Tool-Demo und einer echten KI-Agentur, die nicht einfach nur Software zeigt, sondern Prozesse, Daten und konkrete Abläufe anschaut.
Ein Beispiel, ja. In den meisten Fällen macht es keinen Sinn, das ganze ERP oder CMS auf den Kopf zu stellen und durch KI zu ersetzen. Es macht aber Sinn, aus dem CMS oder ERP Daten zu extrahieren, damit die KI mit diesen Daten arbeiten kann und diese Daten analysieren, weiterverarbeiten oder für weitere Prozesse nutzen kann. Zum Beispiel für ganz normale Anfragen in Kundenchatbots oder für Wissensanalysen.
KI-Prozesse können in den ganzen Firmenprozess eingreifen, weil KI nicht nur einfach ein Tool ist. KI ist eine künstliche Intelligenz. Und wie das Wort schon sagt, künstliche Intelligenz, simuliert diese künstliche Intelligenz Teile der menschlichen Intelligenz und wird in vielen Bereichen immer stärker. Ergo ist KI eigentlich wie ein zusätzlicher Mitarbeiter, oder vielleicht besser gesagt wie ein Praktikant, der ins Unternehmen eingeführt wird und der klare Anweisungen braucht. Wobei das Lernen auch immer wieder so verstanden wird, dass es komplexe Lernalgorithmen sein müssen, die da eingebaut werden. Da sollten auch KI-Experten klarer erklären, was damit wirklich gemeint ist. Denn in vielen Fällen geht es gar nicht um echtes Training.
Wenn Sie in einer KI ein PDF hochladen, dann kann diese KI mit dem Inhalt dieses PDFs arbeiten. Sie kann es lesen, zusammenfassen, analysieren und als Kontext für Antworten nutzen. Aber das heisst nicht automatisch, dass die KI dadurch neu trainiert wird. Wenn man in solchen Fällen vom Trainieren spricht, spricht man eigentlich nicht wirklich von einem Trainieren. Man spricht eher davon, dass man der KI Informationen gibt, mit denen sie im aktuellen Prozess arbeiten kann.
Man spricht von Prompts, also von Anweisungen. Es geht darum, der KI die richtigen Anweisungen zu geben und ihr die richtigen Informationen zur Verfügung zu stellen. Ein Trainieren in dem Sinne ist es meistens nicht. Die Modelle sind schon trainiert, sie können schon mit Sprache und Daten umgehen, sie können schon Schlussfolgerungen ableiten. Aber sie brauchen den richtigen Kontext, damit sie im Unternehmen sinnvoll eingesetzt werden können.
Es gibt gewisse Anwendungsfälle, wo man KI speziell anpassen oder auf bestimmte Aufgaben ausrichten muss, vielleicht zum Beispiel bei Rechtstexten oder bei medizinischen Texten. Und es gibt natürlich auch verschiedene Skills oder Abläufe, die man da anleitet. Aber diese Skills sind eigentlich auch wieder Anweisungen, die beschreiben, wie ein Prozess ablaufen soll. Von einem wirklichen Training kann man in den allermeisten Fällen nicht sprechen, weil die Modelle schon trainiert sind. In gewissen Fällen gibt es echtes Fine Tuning, aber das ist nicht das, was bei jedem normalen KI-Projekt passiert.
Genau darum sind KI-Kurse für viele Unternehmen ein sinnvoller erster Schritt. Nicht, weil danach jeder im Unternehmen KI-Experte sein muss. Sondern weil die Leute zuerst verstehen müssen, was diese Modelle können, was sie nicht können und wie man sie im eigenen Arbeitsalltag überhaupt sinnvoll einsetzt.
Aber worauf will ich hinaus? Eine KI-Integration funktioniert am besten, wenn der Unternehmer von sich aus wissen will, worum es geht. Er muss von Grund auf neugierig sein auf diese Modelle, auf diesen zusätzlichen Mitarbeiter. Er muss neugierig darauf sein: Was können diese Modelle, was können diese Modelle nicht, wo kann ich sie einsetzen? Und ohne diese Kooperation ist eine echte KI-Beratung eigentlich nicht möglich. Dann muss man im Gespräch einen Schritt zurückgehen und zuerst klären, ob überhaupt ein echtes Interesse an KI-Integration vorhanden ist. Sonst bleibt das Gespräch an der Oberfläche, weil KI-Beratung nun einmal kein Verkaufsgespräch ist, sondern, wie es auch das Wort sagt, eine Beratung. Und eine Beratung kannst du nur machen, wenn du jemanden hast, der sich ernsthaft mit dem Thema auseinandersetzen will.
Wer diesen Prozess nicht nur besprechen, sondern praktisch angehen will, findet bei der Schweizer KI Akademie neben KI-Beratung auch Unterstützung als KI-Agentur. Für Teams, Mitarbeitende und Unternehmen, die zuerst sicherer im Umgang mit KI werden wollen, gibt es zudem passende KI-Kurse.

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