(KI)

Open Source“ gilt allgemein für Software

Hinweis vorab: „Open Source“ gilt allgemein für Software (siehe Open‑Source‑Definition der OSI). Hier geht es ausdrücklich um KI‑Modelle – also die Anwendung des Open‑Source‑Gedankens auf Modelle, Gewichte, Code und Daten‑Informationen (gemäß Open Source AI Definition 1.0 der OSI).


1) Einfach erklärt (mit Beispiel)

Ein Open‑Source‑Modell ist ein KI‑Modell, das man frei nutzen, prüfen, verändern und weitergeben darf. Damit das möglich ist, müssen die Bausteine offenliegen:

  • Quellcode (z. B. Trainings‑ und Nutzungs‑Code),
  • Modell‑Gewichte (Parameter),
  • wichtige Infos zu den Trainingsdaten (woher sie kommen und wie sie ausgewählt/aufbereitet wurden). So kann jede und jeder verstehen, wie das Modell gebaut wurde – und es verbessern.

Beispiel: Das Sprachmodell GPT‑J 6B stellt Gewichte und Code bereit und beschreibt die Trainingsdaten („The Pile“) öffentlich. Die Apache‑2.0‑Lizenz erlaubt Nutzung, Änderung und Weitergabe.


2) Professionelle Definition

Ein Open‑Source‑Modell im Sinne der Open Source AI Definition 1.0 (OSI) ist ein KI‑System, bei dem Nutzerinnen und Nutzer die vier Freiheiten ausüben können: nutzen, studieren, ändern, teilen. Voraussetzung ist der Zugang zur „bevorzugten Form für Änderungen“:

  1. Daten‑Informationen: nachvollziehbare Beschreibung der Trainingsdaten (Herkunft, Auswahl, Merkmale, Verarbeitung), inkl. Auflistung öffentlich verfügbarer Quellen und der beziehbaren Datensätze;
  2. Code: vollständiger Quellcode für Training und Inferenz (inkl. Konfiguration/Hyperparameter);
  3. Parameter: Modell‑Gewichte (ggf. Zwischen‑Checkpoints).

Abgrenzung: Modelle, die nur Gewichte veröffentlichen („Open Weights“), aber keine ausreichenden Daten‑Informationen oder nicht den vollständigen Trainings‑Code, gelten nicht als Open Source im OSI‑Sinne.


Quellen (geprüft, als kopierbare URLs)