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1) Einfach erklärt

Maschinelles Sehen heißt: Computer „sehen“ Bilder und Videos und verstehen, was darauf ist – so, dass sie Aufgaben automatisch ausführen können. Kameras liefern Bilder, die Software erkennt, misst, prüft und entscheidet.

Beispiele:

  • Qualitätsprüfung in der Fabrik: Kamera erkennt Kratzer, Risse, Maßabweichungen auf dem Band – fehlerhafte Teile werden aussortiert.
  • Fahrerassistenz/Robotik: Erkennung von Fußgängern, Fahrspuren, Schildern; Roboter lokalisieren Objekte und greifen sie sicher.
  • Medizin: Markieren von Auffälligkeiten auf Röntgen-/MRT‑Bildern zur ärztlichen Unterstützung.
  • Dokumente/OCR: Texterkennung aus Fotos/Scans (Rechnungen, Verpackungen, Kennzeichen).
  • AR/Smartphone: App übersetzt Schilder live; Gesichts‑/Objekt‑Erkennung entsperrt/ordnet Fotos.

Merke: Oft meint „Maschinelles Sehen“ (de) die industrielle Praxis (Prüfen/Messen/Steuern), während Computer Vision den Forschungsbegriff für ähnliche Methoden bezeichnet.


2) Professionelle Definition

Maschinelles Sehen ist ein Teilgebiet der Künstlichen Intelligenz und Signalverarbeitung, das aus visuellen Daten (Bilder/Video) Information extrahiert und für Entscheidungen/Steuerung nutzt. Zentrale Aufgaben:

  • Klassifikation (Bild → Label), Objekterkennung (Bounding Boxes/Keypoints), Semantische/Instanz‑Segmentierung,
  • Tiefen‑/Bewegungsschätzung, 3D‑Rekonstruktion/SLAM, Tracking, Posenschätzung, OCR.

Moderne Systeme basieren auf Deep Learning (z. B. Convolutional Neural Networks, Vision Transformers); klassische Ansätze nutzen Merkmale/Deskriptoren (SIFT/SURF, HOG), Merkmalsabgleich und Geometrie (Epipolargeometrie, PnP, RANSAC). In der Industrie sind Licht/Kamera‑Setup, Kalibrierung, Toleranzen und Echtzeitfähigkeit (z. B. in SPS/Edge‑Systemen) entscheidend; Metriken umfassen Genauigkeit, Präzision/Recall, mAP, Taktzeit.


Quellen (geprüft; kopierbare URLs)