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Digital Twin (Digitaler Zwilling)


1) Einfach erklärt (mit Beispielen)

Ein Digitaler Zwilling ist ein lebendes Computer‑Modell eines realen Objekts oder Prozesses. Der Zwilling bekommt laufend Daten vom Original (z. B. Sensoren) und hilft, Zustand zu sehen, Fehler früh zu erkennen und „Was‑wäre‑wenn“‑Szenarien zu testen.

Beispiele:

  • Fertigung: Zwilling einer Produktionsanlage überwacht Vibration/Temperatur und warnt früh vor Ausfällen (vorausschauende Wartung).
  • Gebäude/Smart City: Zwilling eines Gebäudes verbindet BIM‑Daten mit Live‑Energie‑/Belegungsdaten für Optimierung.
  • Windturbine/Triebwerk: Zwilling prüft virtuell neue Einstellungen/Lastfälle, bevor sie real umgesetzt werden.

Merke: Mehr als ein 3D‑Modell – entscheidend sind Live‑Daten, Simulation/Analyse und Abgleich mit der Realität über die gesamte Lebensdauer.


2) Professionelle Definition

Ein Digital Twin ist eine digitale Repräsentation einer identifizierbaren physischen Entität (Asset, System, Prozess), die über den Lebenszyklus hinweg über bidirektionale Datenverbindungen mit dem physischen Gegenstück verknüpft ist. Er umfasst typischerweise:

  • Physisches Objekt (z. B. Maschine),
  • Virtuelles Modell (Geometrie, Physik, Logik, Zustände),
  • Daten‑/Synchronisationsschicht (Sensor‑/IT‑Streams, Historie, Events),
  • Services (Monitoring, Simulation/What‑if, Optimierung, Anomalie‑/Ausfallprognose).

In der Industrie unterscheidet man häufig Product/Production/Performance Twin. ISO 23247 beschreibt ein Framework für Digital‑Twin‑Einsatz in der Fertigung (Rollen, Schnittstellen, Informationsflüsse). Digital Thread = Datenkette über den Lebenszyklus; der Twin nutzt solche Daten für nahezu Echtzeit‑Zustand und Simulation.


Quellen (geprüft; kopierbare URLs)